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Aktualisiert: vor 3 Tagen

Letzter Samstag war ein wirklich schöner und produktiver Tag. Ich war in Ormalingen, um im dortigen Food Forest einen Kompost-Workshop zu leiten. Die 12 Teilnehmenden waren sehr gespannt darauf, mehr über das Bodenleben zu lernen.


Im vorangegangenen Theorieteil sind wir auf das Bodennahrungsnetz und seine Interaktionen mit den Pflanzen eingegangen. Am Ende gab es noch einen Überblick über die verschiedenen Materialien, die man für einen biodiversen Living Soil Kompost braucht und wie man diese zu einem Haufen zusammenstellt. Die Gruppe hatte zuvor die Aufgabe bekommen, Materialien für den Praxisteil des Workshops zusammenzusuchen.


Die Teilnehmer des Workshops wenden den Living Soil Kompost
Die Zusammensetzung machts, die richtigen organischen Materialien lassen den Haufen dampfen.

Um 9 Uhr ging es los. Da alle Teilnehmenden unterschiedliche Stoffe mitgebracht hatten, entstand mit 25 verschiedenen Zutaten der diverseste Haufen, den wir je in einem Workshop gebaut haben. Klassiker wie Grün- und Rasenschnitt sowie Stroh waren dabei, aber auch Besonderheiten wie Wabenreste aus der Imkerei, Schafwolle und Krüsch (Schweizerdeutsch für Kleie). Am Vormittag planten wir die genaue Zusammensetzung im richtigen C:N-Verhältnis und beschäftigten uns mit den Auswirkungen der Materialien auf den Kompostierprozess. Es blieb Zeit für Fragen, und ich baute das Mikroskop auf, mit dem wir uns erste mitgebrachte Kompostproben anschauten.

Nach einem köstlichen Mittagessen mit regem Austausch ging es an das eigentliche Bauen des Haufens. Die Materialien wurden sortiert, abgemessen, bewässert und aufgeschichtet. Immer wieder kontrollierten die Teilnehmenden die Feuchtigkeit, welche für die Aktivität der Mikroben entscheidend ist. Nach dem Schichten wurden Thermometer in den Haufen gesteckt, die uns den richtigen Zeitpunkt für das Wenden anzeigen. Der Haufen wird von den Teilnehmenden in den kommenden zwei Wochen betreut und gewendet; nach einer anschließenden Ruhezeit ist er bereit für die Anwendung.


Wir besprachen zudem verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und stellten einen Kompostextrakt aus fertigem, mitgebrachtem Kompost her. Den Nachmittag ließen wir mit Mikroskopieren und angeregten Gesprächen über das Bodenleben ausklingen.

 
 
 

Aktualisiert: 29. Jan. 2025

Was ist ein Johnson-Su Kompost?

Die Johnson-Su Kompostmethode basiert auf einem statischen Ansatz, bei dem das Material während der gesamten Kompostierungszeit nicht gewendet wird. Entwickelt von David und Su Johnson, setzt diese Methode auf eine kontinuierliche Belüftung durch eingebaute Luftkanäle, sodass aerobe Bedingungen gewährleistet bleiben.


Warum statisch? Das statische Konzept reduziert den Arbeitsaufwand erheblich, da weder Umwälzen noch ständiges Nachjustieren erforderlich ist. Stattdessen ermöglicht die langsame, gleichmäßige Zersetzung eine optimale Entwicklung von Mikroorganismen, insbesondere Pilzen, die für den Aufbau eines gesunden Bodenbioms entscheidend sind.

Das Ergebnis: Ein humusreicher Kompost mit einer hohen mikrobiellen Vielfalt und Stabilität, mit dem man Böden langfristig regenerieren kann.



Unser Experiment: Blätter vs. Holzhackschnitzel

1. Der Blätter-Kompost

Blätter eignen sich hervorragend für die Kompostierung. Sie sind reich an Nährstoffen und zersetzen sich relativ schnell. Aus unseren diversen Mischwäldern gesammelt, bilden die Blätter eine an den Standort angepasste Grundlage. Um die Struktur zu verbessern und sicherzustellen, dass die Blätter während der Kompostierung nicht zusammenkleben, haben wir sie vorab geschreddert.


Vorgehen:

  • Die geschredderten Blätter wurden locker geschichtet, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten.

  • Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass die Feuchtigkeit optimal bleibt und die Mikroorganismen beste Bedingungen vorfinden.


Ziel: Ein mikrobenreiches Endprodukt, das besonders geeignet ist, das Bodenmikrobiom zu fördern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.



2. Der Holzhackschnitzel-Kompost

Holzhackschnitzel bieten eine nachhaltige Kohlenstoffquelle und sind ideal, um die Entwicklung von Pilzen zu fördern.


Vorgehen:

  • Holzhackschnitzel aus Buchenholz wurden sorgfältig geschichtet und angefeuchtet, um die Zersetzung zu fördern.

  • Die längere Zersetzungszeit schafft ideale Bedingungen für Pilze, die einen wesentlichen Beitrag zur Bodenstruktur und Nährstoffverfügbarkeit leisten.



Vorgehensweise: Die Belüftungskamine

Zu Beginn der Kompostierung werden Rohre senkrecht in den Kompost eingelegt, um Luftkanäle zu schaffen. Diese sorgen für eine gleichmäßige Belüftung während des Zersetzungsprozesses.


Nach einigen Tagen, wenn sich der Kompost gesetzt hat:

  • Die Rohre können vorsichtig entfernt werden.

  • Die dadurch entstandenen Kamine bleiben bestehen und gewährleisten eine weitere Luftzirkulation, ohne dass der Kompost umgeschichtet werden muss.


Dieses einfache, aber effektive System unterstützt die aerobe Zersetzung und macht das regelmäßige Wenden überflüssig.



Der letzte Schritt: Würmer als Helfer

Nachdem der Kompost einige Wochen ruhen konnte und die ersten mikrobiellen Prozesse in Gang gesetzt wurden, haben wir beiden Varianten Regenwürmer hinzugefügt.


Warum Würmer?

  • Sie verbessern die Durchmischung des Materials

  • Ihre Ausscheidungen (Wurmhumus) sind besonders nährstoffreich und fördern die Diversität

  • Sie helfen dabei organisches Material noch feiner zu zusetzen und die Mikroorganismen im Kompost weiter zu vermehren


Die Würmer werden sich langsam durch den Kompost arbeiten und das Endprodukt weiter verbessern.




Die statische Johnson-Su Methode passt perfekt zu unserer Vision einer regenerativen Landwirtschaft. Sie ist ressourcenschonend, erfordert wenig Wartung und liefert ein Kompostprodukt, das reich an mikrobieller Vielfalt ist – genau das, was unsere Böden brauchen.


Mit unseren beiden Varianten – Blätter und Holzhackschnitzel – erforschen wir, wie sich unterschiedliche Materialien auf die Qualität des Komposts auswirken. Wir freuen uns darauf, die Ergebnisse in den kommenden Monaten zu analysieren und unsere Erkenntnisse mit euch zu teilen.


Bleibt dran – wir halten euch über die Entwicklung unserer Johnson-Su Komposte auf dem Laufenden!



 
 
 

03.11.23 | 27.02.24 | 01.03.24

Unsere Mission zu Wiederbelebung der Böden auf dem Steingrubenhof beginnt:

Gesunde Böden sind die Grundlage für regenerative Landwirtschaft und ein intaktes Ökosystem. Leider haben viele Böden ihre natürliche Fruchtbarkeit verloren – durch Übernutzung, Monokulturen und den Einsatz chemischer Mittel. Auf dem Steingrubenhof setzen wir alles daran, diesen Trend umzukehren.


Aus unseren hochwertigen thermophilen "BioComplete" Komposten stellen wir das Kompostextrakt her. Dieses konzentrierte Elixier enthält lebendige Mikroorganismen, die für einen natürlichen Nährstoffaustausch im Boden gebraucht werden. Sind diese im Boden ausreichend vorhanden, so bilden sie das Bodennahrungsnetz, welchens für einen gesunden und lebendigen Boden sorgt.


Wir starten mit der ersten Ausbringung unseres BioComplete Kompost Extraktes auf 4ha Dauergrünland. Anders als chemische Dünger unterstützt dieser Ansatz die langfristige Regeneration des Bodens und macht ihn widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen.



Rezeptur für das Kompostextrakt

Die Rezeptur unserer Kompost Extrakte richtet sich nach den Richtwerten des "Biocomplete Kompost" der Bodenbiologin Elaine Ingham. Demnach überschreiten unsere thermophilen Komposte, aus denen wir das Extrakt herstellen möchten die Mindestwerte bei weitem.


So stellen wir unser Extrakt her:

  • Zutaten: 20 kg Kompost auf 100 Liter Wasser.

  • Anwendung: Mit dieser Mischung können wir eine Fläche von 3,5 Hektar beimpfen.


Das Ergebnis ist ein Kompostextrakt voller nützlicher Mikroorganismen, die direkt auf den Boden ausgebracht werden, um die biologische Vielfalt zu fördern und den natürlichen Nährstoffkreislauf anzukurbeln.



Equipment

Für unseren ersten Ausbringungsversuch setzen wir auf eine einfache, kostengünstige Lösung:


  • IBC-Container: Dieser dient als Tank für das Kompostextrakt.

  • Feuerwehrschlauch: Daran befestigt, ermöglicht er eine flexible und weiträumige Verteilung des Extrakts.


Der Vorteil dieses Setups:

  • Es ist einfach nachzubauen und erschwinglich.

  • Es ermöglicht die Beimpfung von schwer zugänglichen Flächen, wie den Weiden des Steingrubenhofes.

  • Das BioComplete-Extrakt kann auch bei Regen und Nässe ausgebracht werden – Bedingungen, die den Mikroben optimale Startbedingungen bieten.


Das Wasser stammt aus unseren Weihern, die mit frischem Bergquellwasser gespeist werden. Der IBC-Container wird mit einem Radlader an geeignete Stellen transportiert und dort positioniert.



Anwendung

Endlich ist es so weit: Los geht's, Wasser marsch! Für uns ein ganz besonderer Moment, denn mit der Ausbringung der ersten Mikroben auf unseren Flächen wird ein kleiner Traum zur Wirklichkeit – die Regeneration unserer Böden.


Gemeinsam schreiten wir über die Wiesen und sprühen mit Leben. Ob sich die Mikroben hier wohlfühlen und im Boden ansiedeln werden? Das wird sich erst in einigen Wochen zeigen, wenn wir die ersten Bodenproben unter dem Mikroskop analysieren. Dieser Moment ist für uns der Startpunkt eines neuen Kapitels, das wir mit großer Hoffnung und Neugier verfolgen.


Warum das wichtig ist

Ein gesunder Boden:

  • speichert mehr Kohlenstoff und trägt zum Klimaschutz bei,

  • fördert eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion,

  • unterstützt die Artenvielfalt über und unter der Erde.



Unsere Vision für die Zukunft

Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass es möglich ist, Böden auf natürliche Weise zu regenerieren – und dass nachhaltige Landwirtschaft der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft ist.

 
 
 
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