- Malte Tückmantel
- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Tagen
Letzter Samstag war ein wirklich schöner und produktiver Tag. Ich war in Ormalingen, um im dortigen Food Forest einen Kompost-Workshop zu leiten. Die 12 Teilnehmenden waren sehr gespannt darauf, mehr über das Bodenleben zu lernen.
Im vorangegangenen Theorieteil sind wir auf das Bodennahrungsnetz und seine Interaktionen mit den Pflanzen eingegangen. Am Ende gab es noch einen Überblick über die verschiedenen Materialien, die man für einen biodiversen Living Soil Kompost braucht und wie man diese zu einem Haufen zusammenstellt. Die Gruppe hatte zuvor die Aufgabe bekommen, Materialien für den Praxisteil des Workshops zusammenzusuchen.

Um 9 Uhr ging es los. Da alle Teilnehmenden unterschiedliche Stoffe mitgebracht hatten, entstand mit 25 verschiedenen Zutaten der diverseste Haufen, den wir je in einem Workshop gebaut haben. Klassiker wie Grün- und Rasenschnitt sowie Stroh waren dabei, aber auch Besonderheiten wie Wabenreste aus der Imkerei, Schafwolle und Krüsch (Schweizerdeutsch für Kleie). Am Vormittag planten wir die genaue Zusammensetzung im richtigen C:N-Verhältnis und beschäftigten uns mit den Auswirkungen der Materialien auf den Kompostierprozess. Es blieb Zeit für Fragen, und ich baute das Mikroskop auf, mit dem wir uns erste mitgebrachte Kompostproben anschauten.
Nach einem köstlichen Mittagessen mit regem Austausch ging es an das eigentliche Bauen des Haufens. Die Materialien wurden sortiert, abgemessen, bewässert und aufgeschichtet. Immer wieder kontrollierten die Teilnehmenden die Feuchtigkeit, welche für die Aktivität der Mikroben entscheidend ist. Nach dem Schichten wurden Thermometer in den Haufen gesteckt, die uns den richtigen Zeitpunkt für das Wenden anzeigen. Der Haufen wird von den Teilnehmenden in den kommenden zwei Wochen betreut und gewendet; nach einer anschließenden Ruhezeit ist er bereit für die Anwendung.
Wir besprachen zudem verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und stellten einen Kompostextrakt aus fertigem, mitgebrachtem Kompost her. Den Nachmittag ließen wir mit Mikroskopieren und angeregten Gesprächen über das Bodenleben ausklingen.









